Venture Capital
Auch bekannt als: Einhorn
Ein Unicorn ist ein nicht börsennotiertes Start-up mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar. Der Begriff steht für die Seltenheit und den außergewöhnlichen Erfolg solcher Unternehmen. Er wird gern als Symbol für besonders wertvolle junge Firmen verwendet. Geprägt wurde er von der Investorin Aileen Lee zu einer Zeit, als Unternehmen dieser Größenordnung tatsächlich selten waren. Seither hat sich ihre Zahl weltweit vervielfacht, was die ursprüngliche Aussagekraft des Begriffs deutlich verringert hat.
Wichtig ist die methodische Einschränkung: Die Bewertung stammt nicht aus einem laufenden Börsenhandel, sondern aus dem Preis der letzten Finanzierungsrunde, hochgerechnet auf alle Anteile. Weil Investoren in solchen Runden regelmäßig Vorzugsanteile mit Liquidationspräferenz, Verwässerungsschutz und weiteren Rechten erhalten, ist ihr Anteil je Stück mehr wert als eine Stammaktie. Die einfache Hochrechnung überzeichnet den tatsächlichen Wert des Unternehmens daher systematisch. Hinzu kommt, dass Gründer bereit sein können, härtere Vertragsbedingungen zu akzeptieren, um eine öffentlichkeitswirksame Bewertungsschwelle zu erreichen. Für die Praxis folgt daraus, dass die Zahl allein wenig aussagt und stets zusammen mit der Kapitalstruktur, den Vorzugsrechten und den zugrunde liegenden Kennzahlen zu betrachten ist. Bei einem späteren Verkauf entscheidet der Wasserfall darüber, wie viel den Stammgesellschaftern tatsächlich verbleibt. Bei einem Börsengang ist insbesondere die vereinbarte Umwandlung der Vorzugsanteile relevant. In Deutschland haben mehrere Unternehmen diese Schwelle erreicht, unter anderem aus den Bereichen Finanztechnologie, Software und Logistik.

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