Venture Capital
Auch bekannt als: Anteilsverwässerung
Verwässerung bedeutet, dass der prozentuale Anteil bestehender Gesellschafter sinkt, weil neue Anteile ausgegeben werden. Wenn frisches Kapital durch neue Anteile hereinkommt, verteilt sich das Eigentum auf mehr Schultern. Ein Altgesellschafter, der sich nicht entsprechend beteiligt, hält danach einen kleineren Teil am Unternehmen. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Mechanismus: Beträgt die Bewertung vor der Runde acht Millionen Euro und investiert ein neuer Gesellschafter zwei Millionen Euro, liegt die Bewertung danach bei zehn Millionen Euro, und der Neuinvestor hält 20 Prozent.
Alle bisherigen Quoten sinken entsprechend um ein Fünftel. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Quote und Wert: Verwässerung ist wirtschaftlich unschädlich, solange die Bewertung schneller steigt als die Quote sinkt, denn ein kleinerer Anteil an einem deutlich wertvolleren Unternehmen ist mehr wert als der umgekehrte Fall. Problematisch wird sie erst in einer Down Round oder wenn Kapital ohne entsprechenden Fortschritt aufgenommen wird. Über die reine Kapitalrunde hinaus wirken weitere Quellen: die Einrichtung oder Erhöhung eines Optionspools, die häufig vor der Runde erfolgt und damit wirtschaftlich allein die Altgesellschafter trifft, die Wandlung ausstehender Wandeldarlehen und SAFEs sowie ein ausgelöster Verwässerungsschutz. Zum Schutz dienen Bezugsrechte, die es Bestandsgesellschaftern erlauben, anteilig mitzuziehen, sowie Pro-rata-Rechte für Investoren.
Bei einer deutschen GmbH kann neues Eigenkapital durch eine notariell zu beschließende Kapitalerhöhung aufgenommen werden. Dabei ist festzulegen, wer die neuen Anteile übernimmt und wie bestehende Bezugsrechte behandelt werden. Für Gründer lohnt der Blick auf die Verwässerung über mehrere Runden hinweg statt auf die einzelne Runde, weil sich Effekte kumulieren: Eine Beteiligung, die je Runde um ein Fünftel sinkt, liegt nach drei Runden bei etwa der Hälfte des Ausgangswerts. Aus dieser Rechnung ergibt sich die praktische Frage, wie viel Kapital tatsächlich benötigt wird, weil jede zusätzlich aufgenommene Million dauerhaft Anteile kostet. Ebenso ist zu bedenken, dass eine ausreichende Beteiligung des Gründerteams für spätere Investoren selbst ein Prüfkriterium ist.

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