Working Capital

Auch bekannt als: Betriebskapital, Nettoumlaufvermögen

Working Capital ist die Differenz zwischen kurzfristigem Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Es zeigt, wie gut ein Unternehmen seine laufenden Zahlungsverpflichtungen aus eigener Kraft decken kann. Im M&A wird oft ein engeres Net-Working-Capital-Konzept verwendet, das Cash und Finanzschulden ausklammert. Der Grund für diese Abgrenzung ist die Systematik der Kaufpreisbrücke: Zahlungsmittel und Finanzverbindlichkeiten werden dort gesondert erfasst, sodass sie im Betriebskapital nicht noch einmal auftauchen dürfen, weil sonst dieselbe Position zweimal auf den Preis wirkt.

Übrig bleiben damit im Wesentlichen Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, geleistete Anzahlungen und sonstige kurzfristige Vermögensposten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltener Anzahlungen und weiterer kurzfristiger Verpflichtungen. Welche Rückstellungen und Abgrenzungen einbezogen werden, ist Verhandlungssache. Wirtschaftlich ist die Größe doppelt bedeutsam: Ein Anstieg bindet Kapital und mindert damit den freien Cashflow. Eine Verringerung kann dagegen Liquidität freisetzen und nach dem Closing einen Wertbeitrag leisten. In der klassischen Betriebswirtschaft wird die weite Definition zudem als Liquiditätskennzahl verwendet, wobei ein negativer Wert bedeutet, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten das Umlaufvermögen übersteigen.

Gesteuert wird das Betriebskapital über drei Stellschrauben: die Reichweite der Vorräte, das Zahlungsziel der Kunden und das Zahlungsziel bei Lieferanten. Zusammengefasst werden sie im Cash Conversion Cycle, der sich als Lagerdauer plus Forderungslaufzeit abzüglich Verbindlichkeitenlaufzeit ergibt und angibt, wie viele Tage zwischen der Bezahlung des Materials und dem Zahlungseingang beim Kunden liegen. Eine um einen Tag verkürzte Forderungslaufzeit setzt bei 60 Millionen Euro Jahresumsatz rechnerisch rund 165.000 Euro Liquidität frei, weshalb die Optimierung dieses Zyklus zu den schnellsten Wertbeiträgen nach einer Übernahme zählt. Saisonale Geschäfte weisen im Jahresverlauf sehr unterschiedliche Werte aus, weshalb in Kaufverträgen ein Durchschnitt mehrerer Monatsstichtage als Referenz vereinbart wird.

Dunkelblauer und schwarzer Verlaufshintergrund mit einem hellblauen Lichtschein unten rechts.

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