Private Equity
Auch bekannt als: Roll-up, Plattformstrategie
Buy-and-Build ist eine Strategie, bei der ein Investor eine Ausgangsfirma kauft und sie durch weitere Zukäufe schnell vergrößert. Die zugekauften Unternehmen werden zu einer stärkeren Gesamtgruppe zusammengefügt. Ziel ist es, durch Größe und Zusammenschluss mehr Wert zu schaffen als mit einer einzelnen Firma. Der Ausgangspunkt ist das Plattform-Investment, ein Unternehmen mit belastbarer Führung, funktionierenden Systemen und ausreichender Größe, um weitere Einheiten aufnehmen zu können.
Darauf folgen Ergänzungsakquisitionen, die entweder Regionen, Produkte oder Kundengruppen hinzufügen. Der Werthebel setzt sich aus drei Teilen zusammen. Das sind das organische Wachstum der Plattform, die Synergien aus gemeinsamem Einkauf, gebündelter Verwaltung und Preisdurchsetzung sowie die Multiple-Arbitrage, weil kleine Zukäufe zu niedrigeren Vielfachen erworben und später als Teil einer größeren Gruppe zu einem höheren Vielfachen verkauft werden. Zusätzlich verbessert die Größe die Finanzierungskonditionen und öffnet den Kreis potenzieller Käufer beim Exit.
Voraussetzung ist ein fragmentierter Markt mit vielen inhabergeführten Anbietern, wie er in Deutschland etwa in technischen Dienstleistungen, im Gesundheitswesen, im Handwerk oder in der IT-Betreuung anzutreffen ist und wo die Nachfolgesituation vieler Eigentümer ohnehin Verkaufsbereitschaft erzeugt. Die Risiken liegen weniger im Einkauf als in der Umsetzung: Jede Transaktion bindet Managementkapazität, die Integration von Systemen, Marken und Kulturen ist aufwendig, und ein zu schneller Takt führt zu einer Gruppe, die formal konsolidiert, operativ aber nicht verbunden ist. Käufer erkennen das beim Exit und zahlen dann für eine Ansammlung von Einzelunternehmen und nicht für eine Plattform.
Kartellrechtlich können auch viele kleine Zukäufe in Summe anmeldepflichtig werden. Für die Beurteilung einer solchen Gruppe ist die Frage entscheidend, ob das ausgewiesene Wachstum organisch oder durch Zukäufe entstanden ist, weil beide unterschiedliche Ursachen und Risiken haben. Deshalb wird in der Prüfung stets eine Trennung beider Bestandteile verlangt. Ebenfalls zu betrachten ist die Entwicklung der Marge über die Zeit, weil eine sinkende Marge trotz wachsender Größe darauf hindeutet, dass Synergien nicht realisiert oder durch Integrationskosten aufgezehrt werden. Beide Auswertungen entscheiden über den Multiplikator beim Exit.

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